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...ODER PACKEN LASSEN?

Als ich vor der Haustür meines Freundes stehe schaut er mit Schaum vor dem Mund aus dem Badfenster. Aus kleinen Augen blinzelt er mich an. „Hi Schatz! Bist du schon da?“ Ähm… ja? Noch 45 Minuten bis zur Abfahrt, inklusive 15 Minuten um zu unseren Freunden zu kommen! „Ich bin gerade erst aufgestanden. Hab auch noch gar nicht gepackt!“, ruft mir mein rothaariger Schatz entgegen. Ich seufze, aber eigentlich habe ich nichts anderes von ihm erwartet. Er ist der liebste Kerl auf Erden, aber als Gott Organisationstalent vergeben hat, hat er sich versteckt. Und das sage ich – diejenige, die am Ende der Schlange stand und nur noch einen kümmerlichen Rest abbekommen hat. Egal, ich betrete das Haus und mach es mir in seinem Bett gemütlich. Während Dino noch duscht erfreue ich mich an den intellektuellen Herausforderungen von Hartz IV- TV auf RTL. „Schaa-atz?“, schallt es plötzlich von der Tür. „Jaaa?“, gebe ich zurück. „Was soll ich alles einpacken?“ Grün-braune Hundeaugen blicken mich blinzelnd an. „Ich weiß auch nicht genau. Fang doch ersteinmal bei den Unterhosen an“, schlage ich hilflos vor. Etwas tapsig und verschämt kommt er auf mich zu. „Schaa-atz?“ „Jaa?“ „Kannst du mir nicht den Koffer packen?“ Und nun entspinnt sich eines dieser typischen Gespräche, bei denen ich immer als Verlierer hervorgehe. „Nein, du bist 31. Du kannst Koffer packen.“ „Ich finde meinen Koffer aber nicht!“ „Dann nimm eine Reisetasche.“ „Ich weiß nicht wo die ist… Warte ich schau bei meinem Bruder nach!“ Zwei Minuten später kommt er mit einer Tasche zurück und hält sie vor meine Augen. Entsetzt weiche ich zurück. „WEG MIT DEM DING! DA HAT DIE KATZE DRAUFGEKOTZT!“ Entsetzt lässt er die Tasche fallen. „Okay, vielleicht auf dem Speicher!“ Immer noch nackt steigt er auf den Speicher und findet tatsächlich einen Koffer. „Ist der gut so Schaa-atz?“ „Ja, gut gemacht!“ „Was soll ich jetzt einpacken?“ Ich seufze und gebe nach. „Fang erstmal mit Unterhosen an, dann Socken, dann eine kurze Hose, eine lange Hose, ein schwarzes T-Shirt, ein rotes T-Shirt, ein blaues T-Shirt, ein weißes T-Shirt, das T-Shirt mit den Graffitti drauf, das grüne Hemd. Für alle Fälle noch eine Sweatshirtjacke, dazu das passende T-Shirt. Mmmmhhh… Wir gehen ins Casino also auf alle Fälle das graue Sakko. Ähm… achja, deine schönen Schuhe müssen mit, die Jesuslatschen, deine Sneakers, Hausschuhe. Zahnputzzeug, Badetuch, Badehose, Rasierer und… KONDOME NICHT VERGESSEN! Hast du eigentlich schon ein T-Shirt eingepackt?“, rattere ich herunter und bei jeder Nennung eines Kleidungsstücks, wirft mein Spatzl das besagte Stoffding in seinen Koffer. Nach kurzer Zeit hat sich ein beachtlicher Stoffberg in den kleinen silbergrauen Plastikkubus gesammelt. Als weltbeste Freundin kommt mir die Aufgabe zu, mich auf den Deckel des Koffers zu setzen und so jegliche Luft aus dem Mount Everest der Kleidung herauszupressen. Trotzdem wehrt sich der Verschluss des Koffers mit Biegen und Brechen. Mit vereinten Kräften schaffen wir es tatsächlich den Koffer zu schließen, meinen Freund ausgehfertig anzuziehen, die Katzen zu füttern und ins Auto zu steigen. Endlich sind wir auf dem Weg nach Innsbruck. Und das auch noch fünf Minuten früher als notwendig. Organisationsgenies on se way!

5.8.13 16:09

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